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Kreisbrandinspekteur

Dem Löschbezirk Wadgassen gratuliere ich sehr gerne zu seinem 100. Geburtstag.

Hundertjährige – gibt es so etwas eigentlich noch? Sie sind wohl eher selten, und was stellt man sich nicht alles darunter vor! Da geht jemand am Stock, sofern er überhaupt noch gehen kann, sitzt im Rollstuhl, ist auf die Hilfe der Familie und karitativer Einrichtungen angewiesen.

Überhaupt nicht so verhält es sich in diesem Fall. Hier addiert man nicht nach biologischen Gesichtspunkten. Sicher, bloß in Jahren gerechnet ist auch dieser Hundertjährige alt. Aber was sagt das schon? Viel, wenn man zurückblickt, aber das alleine reicht heute nicht mehr aus. Als Feuerwehrfrau und Feuerwehrmann müssen wir in die Zukunft blicken, wenn wir weiterkommen wollen.

Und genau dies geschieht im Löschbezirk Wadgassen.

Hier feiert eine Truppe Geburtstag, die in ihren hundert Jahren tatsächlich jung und flexibel geblieben ist. Denn sie wird getragen von jungen Wadgasser Frauen und Männern, die sehr modern sind: Aufgeschlossen für zeitgemäße Technik, sensibel für die vielfältigen aktuellen Gefahrenpotentiale, fähig zum Teamgeist, erprobt in kameradschaftlichem Verhalten während und nach ihren Einsätzen. Diese Frauen und Männer haben sich einer der ersten Bürgerbewegungen in Deutschland überhaupt angeschlossen, die mit den tiefgreifenden Reformen des Freiherrn vom Stein zunächst in Preußen frische Luft in die obrigkeitlichen Biedermeierstaaten brachte. Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann sein, das heißt heute wie früher mit Gleichgesinnten für die Gemeinschaft und deren Hab und Gut einstehen. Und das ist etwas durchaus "Altmodisches", das sehr modern geblieben ist, weil es heute noch so not-wendig im eigentlichen Sinne des Wortes ist wie früher; Not abwenden, das ist unsere Aufgabe heute. Und in der Zukunft wird das auch nicht anders sein!

Also darf ich dem jung gebliebenen Hundertjährigen ganz herzlich gratulieren, der in diesem Jahr im Rahmen seines Jubiläums einmal kurz zurückblickt, aber danach weiter tatkräftig und mit offenen Augen in die Zukunft geht, weil er Ziele verfolgt, die nicht aus der Mode kommen.

Dr. Martin Hell
Brandinspekteur


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Letzte Änderung am Montag, 3. Januar 2011 um 15:10:50 Uhr.

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